Kostenmanager 1 I 2012
Im Schatten der Eurokrise: Möglichkeiten, dem Abschwung entgegenzuwirken
Unternehmen nutzen Möglichkeiten interne Spar- und Optimierungspotenziale zu selten
Während die Konjunkturindizes wie der BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der zum dritten Mal in Folge unter wachstumsneutralen Schwelle von 50 Punkten stand, weiter für die kommenden Monate sinkendes Wirtschaftswachstum voraussagen, verschenken laut Studie Unternehmen Spar- und Optimierungspotenziale im Beschaffungsbereich.
Performance Management im Einkauf
Laut einer vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführten Studie zum Thema „Performance Management im Einkauf“, an der 260 Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg teilgenommen haben, messen viele Unternehmen die Leistung ihres Einkaufs nicht differenziert genug - sie verschenken so große Optimierungspotenziale. Wer dagegen ein differenziertes Performance Management im Einkauf nutzt, weißt eine deutlich bessere Kostensituation und eine höhere Produktivität im Einkauf auf. Fast 90 Prozent der befragten Unternehmen stimmten der Aussage zu, dass die Performance im Einkauf durch den Einsatz eines Steuerungskonzepts deutlich gesteigert werden konnte. Zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen bereits ein solches Konzept ein.
Die Studie zeigt weiter, dass zwar knapp drei Viertel der Befragten ein Controlling im Einkauf durchgeführt haben, wobei aber nur die Hälfte über die Funktion eines eigenen Controllers im Einkauf verfügt. Dabei zeigt sich laut der Studie, dass die Existenz eines Einkaufscontrollers ein zentraler Erfolgsfaktor ist, um Kostenpotenziale zu identifizieren und optimal zu realisieren.
Niedrige Kosten, hohe Produktivität, motivierte Mitarbeiter
Ein weiteres Erfolgskriterium ist die Kopplung des Performance Management an ein wirksames Anreizsystem für die Mitarbeiter im Einkauf. Bisher verknüpft nur die Hälfte der Befragten die Ergebnisse der Leistungsmessung im Einkauf mit dem variablen Anteil der Vergütung. Nötig sei daher eine Leistungsmessung, die neben dem finanziellen Ergebnis auch Faktoren wie Einkaufsqualität, Einkaufseffizienz, Risikomanagement oder Innovationsmanagement anhand geeigneter Kennzahlen berücksichtigt.
Professionelle und auf Bedarfe abgestimmte Beschaffungsinstrumente
Dass sich die Professionalität der Einkaufsorganisation in der Unternehmensperformance widerspiegelt, zeigt sich auch an einer von Expense Reduction Analysts und der EBS Business School herausgegebenen Studie. Die Resultate dieser Studie, an der sich 139 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt hatten, zeigen, dass die meisten Unternehmen noch auf ganz klassische Einkaufsinstrumente wie Kostencontrolling und Verhandlungen setzen. Einen aktiven Kostenvergleich mittels Einkaufspreisanalysen oder einem Benchmarking setzen weniger als die Hälfte der Unternehmen ein. Gefragt nach der Prozesszufriedenheit zeigt sich, dass Unternehmen, die auf spezialisierte Instrumente wie Vertragsmanagement und Gemeinkostenwertanalysen zurückgreifen, die besten Werte aufweisen.
Weitere Themen in dieser Ausgabe:
- Experten-Interview Energie: „Unerlässlich, ein Energiemanagementsystem auszurollen“
- Kunden-Interview Levi’s: Jedes einzelne Projekt wird von einem Spezialisten bearbeitet, der den jeweiligen Markt und die technischen Lösungen genau kennt
- Levi Strauss Deutschland senkt Reinigungskosten um 24,5 Prozent
- Expense Reduction Analysts berät Stadt Stolberg bei Reinigungsdienstleistungen
- Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik e.V. senkt Kosten für Technische Gase um 38 Prozent
- Automobilzulieferer WEIDMANN senkt Reinigungskosten um 30 Prozent
- Wollschläger senkt Kosten in verschiedenen Kostenkategorien deutlich
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